Der frühere Luftschiffhafen und das ehemalige Bundeswehrgelände in Hage

Hage besaß während des Ersten Weltkrieges einen bedeutenden, 150 ha großen Luftschiffhafen der Kaiserlichen Marine. An den Luftschiffhafen erinnert heute die „Zeppelinstraße". Ansonsten sind nur noch Reste des früheren Gaswerkes auf dem ehemaligen Sabbarth-Gelände an der Stettiner Straße, das damals Wasserstoff-Gas für die Zeppeline lieferte, erhalten.

Auf dem Areal zwischen Hagermarscher Straße, Meint-Ehlen-Weg, Breiter Weg und Hager Tief entstanden u.a. vier riesige, 184 m lange, 34 m breite und 28 m hohe Luftschiffhallen, die nach Ende des ersten Weltkrieges wieder abgebrochen wurden.

Bis zu 9 Luftschiffe waren in Hage stationiert.

Vom November bis zum April 1914 wurde die notwendige Infrastrukur für den Flugbetrieb mit Zeppelinen geschaffen. Neben Mannschaftsunterkünften, Werkstätten und anderen Nebengebäuden wurde auch eine eigene Wasserversorgung installiert. Das Starten, Landen und Warten eines Zeppelins war sehr personalintensiv. Das Heck wurde durch 25 Mann gesichert, an der Backbord- und Steuerbordseite standen je 25 Mann, für die restlichen Haltetaue und Handgriffe waren nochmals 45 Mann im Einsatz. Im Ganzen waren fast 200 Mann erforderlich, um einen Zeppelin sicher starten und landen zu können. In Hage waren rund 660 Mann Bodenpersonal für den Betrieb des Luftschiffhafens beschäftigt. Darüber hinaus waren auf dem Flugfeld noch 30 Jagdflugzeuge zur Sicherung der Anlage stationiert.

Luftschiffhafen Hage Luftbild

Luftbild vom Luftschiffhafen Hage

Weitere Luftschiffhäfen gab es damals in Wittmundhafen, Nordholz bei Hannover, Tondern, Ahlhorn und Wildeshausen.

Ein Zeppelin, z.B. LZ 45, war 163,5 m lang, hatte einen Durchmesser von 18,7 m, wurde mit Wasserstoff befüllt und konnte eine Nutzlast von 16 t transportieren. Die Besatzung bestand aus 16 Personen. Für den Antrieb sorgten 4 240PS-Maybachmotoren. Ein Zeppelin konnte eine Flughöhe von 7600 m erreichen, damalige Flugzeuge flogen maximal ca. 3000 m hoch.

Luftschiff im Anflug 1915

Foto von 1915 mit einem Zeppelin - Blick über das ehemalige Moortief in Norden mit Mühlengebäude

Im Eiswinter 1916/17 wurde LZ 50 von Hage aus für die Versorgung der ostfriesischen Inseln mit Lebensmitteln eingesetzt.

Die 4 Hager Zeppelinhallen wurden 1921 abgebrochen.

Als ziviles Luftschiff erlebten die Zeppeline in den 30er Jahren ein unglaubliches Comeback. Die Katastrophe von Lakehust am 6. Mai 1937, bei der die mit Wasserstoff befüllte Hindenburg (LZ 129) verbrannte, setzte dieser Entwicklung ein Ende.

Auf dem ehemaligen Zeppelinflugplatz wurde Anfang der 30er Jahre eine Grasbahn etwa in Höhe der heutigen Zeppelinstraße für Inselversorgungsflüge genutzt. Die Flugleitungsbaracke stand damals an der heutigen Stettiner Straße 50 m nördlich der Brücke über das Hager Tief.

Ab 1937 wurde der Flughafen für Jagdflugzeuge ausgebaut. Wenige Jahre später verliert der Flughafen wieder an Bedeutung, z.T. auch wegen des ungünstigen Untergrundes. Ein Teil der heutigen Zeppelinstraße war damals als massive Start- und Landbahn errichtet worden.

In den Jahren 1942/43 entstanden schließlich Bauten im 13,5 ha großen ehemaligen Bundeswehrgelände südlich des Hager Tiefs als massive Unterkünfte bzw. als Lazarett.

1946 wurde das Lazarett zunächst in das "Hospital Hage" und 1 Jahr später, gleichgestellt mit Sanderbusch, in die "Landeskrankenanstalt Hage" umgewandelt und vom Land Niedersachsen betrieben. Ein Teil wurde als Lungenheilstätte genutzt. 1949 errichtete der Landkreis Norden aus der Anlage ein Kreiskrankenhaus, das bis 1966 existierte.

Die Bundesvermögensstelle übernahm den Komplex, ließ 1966/67 zusätzliche Hallenblöcke (in Nähe der Hagermarscher Straße) errichten und übergab die Anlage der Bundeswehr als Reservelazarett und Gerätelager.

Im Mai 1994 wurde die Bundesdienstflagge im Hager Bundeswehrgelände niedergeholt.

Mit der Übertragung der Flächen an die Bundesvermögensverwaltung und dem späteren Verkauf der Fläche an die Gemeinde Hage und einen Privatinvestor wurde ihre militärische Nutzung endgültig abgeschlossen.

Die Bundeswehr war einer der größten Arbeitgeber in Hage. Zu Spitzenzeiten waren neben 12 Soldaten und 10 Mann Wachpersonal 58 Angestellte und Arbeiter beschäftigt. Diese Arbeitplätze sind nach Weggang der Bundeswehr für Hage verloren gegangen.

Inzwischen sind neue Arbeitsplätze entstanden im Bereich der Hallen an der Hagermarscher Straße, die für die Produktion von Kunststoffteilen für die Autoindustrie und von elektronischen Anlagen genutzt werden.
Die zentrale Fläche des „Hager Hammrichs“ ist einem Bürgerpark vorbehalten, dessen Nordseite an die Kastanienallee grenzt. Das übrige Gelände dient der Wohnnutzung.

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